Die Aufzucht der Jungtiere unterscheidet sich nur unwesentlich von der Haltung der ausgewachsenen Tiere.
Vorraussetzung für die erfolgreiche Zucht ist ein Eiablageplatz und ein adultes Pärchen. Der Eiablageplatz sollte an der sonnigsten Stelle im Freigehege platziert und leicht nach Süden geneigt sein.
Wenn dann das legebereite Weibchen eine Stelle gefunden hat beginnt sie die Eigrube auszuheben um ihre Eier hineinzupressen... Es bedarf einer gehörigen Portion Glück ein Gelege zu finden, da diese i.d.R. wieder so gut verscharrt werden das es oft nicht auffällt wo das Tier sein Eier vergraben hat. Da das Klima bei uns für eine natürliches ausbrüten der Eier zu kalt ist müssen diese vorsichtig in einen Brutapparat gelegt werden. Wichtig! Nach dem Entnehmen der Eier aus der Eigrube dürfen diese nicht mehr gedreht werden.
Wenn nun alles gut läuft schlüpfen bei einer Umgebungstemperatur von ca. 31,5 Grad nach etwa 50-60 Tagen die ersten Schildkröten. Die Temperaturen beim ausbrüten der Eier sind ungefähre Angaben und können je nach Brutmethode (mit oder ohne Nachtabsenkung) stark variieren.
Wenn eine Schildkröte komplett geschlüpft ist (siehe Schlupf einer Schildkröte) bleibt sie noch 12 - 24 Stunden im Inkubator. Danach wird sie erst einmal in lauwarmen Wasser gebadet. Die Jungtiere sollten aufgrund des hohen Wasserbedarfs grundsätzlich ein bis zweimal pro Woche gebaded werden. Die Nahrung bei Jungtieren ist die selbe wie bei ausgewachsenen Tieren. Auch wenn Schildkröten genügsame Tiere sind sollte immer darauf geachtet werden das genügend frisches Wasser vorhanden ist.
Der Bodengrund eines kleinen Behälters sollte aus einem Gemisch aus Sand und ungedüngter Erde bestehen. Wichtig ist, daß die unteren Bodenschichten immer leicht feucht gehalten werden, da die Tiere sich gerne in das Substrat eingraben. Ein weiterer Vorteil ist es, wenn man die Kiste bei geeigneten Wetter ins Freie bringen kann. Hierbei muß darauf geachtet werden das die Tiere nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind, da diese sehr schnell überhitzen.
Für die Schlafecken eignet sich Sphagnum Moos oder Kokosfasersubstrat. Achten Sie auf genügend Schattenplätze in Form von Korkrinden u.ä. Durch Abdecken mit Maschendraht verhindern Sie, dass Nager, Katzen oder Raubvögel sich an den kleinen Schildkröten vergreifen. Im Zimmer reicht eine Lampe mit ca. 60 Watt als Wärmequelle vorerst vollkommen aus. Von einer erwärmung des Bodengrunds mit einer Heizmatte würde ich dringend abraten. Das Substrat trocknet zu schnell aus und die Erwärmung von unten entspricht nicht den natürlichen Bedingungen. Auch wenn der Zoofachhandel warme Steine, Heizmatten und Heizkabel anbietet, Sie können mit gutem Gewissen darauf verzichten. Schliesslich sollen sich die Tiere an die Wärme von oben gewöhnen.
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